Eine grosse Stromleitung verläuft mitten durch das Dorf in Alpnach.

Unter die Erde statt über den Dächern

Versorgungssicherheit
Das EWO bereitet in Alpnach die Teilverkabelung der 50-Kilovolt-Freileitung vor. Der Baustart wird derzeit für Sommer 2028 erwartet.
18. März 2026
Text Celest Blank // Fotos EWO
18/03/2026 // 4 Minuten Lesezeit

Sie fällt auf und hat in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt: die 50-Kilovolt-Hochspannungsleitung, die sich quer durch die Gemeinde Alpnach zieht. An der letzten Urnenabstimmung hat das Stimmvolk dann ein klares Signal ausgesandt: Mit 74 Prozent Ja hat die Stimmbevölkerung den Weg frei für die Teilverkabelung gemacht.

Zwei Projekte auf einen Streich

Seit 2007 ringt die Gemeinde Alpnach um die Verlegung der Hochspannungsleitung. Weil sie mitten im Siedlungsgebiet liegt, erschwerte sie wiederholt Bauvorhaben, etwa im Gebiet Feld und im Schulareal. «Durch die Verlegung in den Boden werden Bauprojekte dieser Art deutlich einfacher. Gleichzeitig entfallen die hohen Sicherheitsauflagen bei Veranstaltungen auf dem Schulareal», erklärt Daniel Zberg, Leiter Geschäftsfeld Netz. «Kabelleitungen sind ausserdem wartungsärmer.»

2022 ging die Freileitung Giswil–Alpnach–Horw in den Besitz des EWO über. 2024/25 wurde das Projekt mit dem Hochwasserentlastungsprojekt Kleine Schliere abgestimmt. «Durch die Zusammenlegung sparen wir zusätzliche Kosten», ergänzt Daniel Zberg. «So ist es möglich, die Tiefbauarbeiten der beiden Projekte zusammenzulegen, gemeinsam zu koordinieren und durchzuführen.»

Schrittweiser Rückbau bis 2029

Nach der Zustimmung der Alpnacher Bevölkerung setzt das EWO die Teilverkabelung nun schrittweise um. Als Nächstes gilt es, das Bauprojekt auszuarbeiten, Plangenehmigungsgesuche beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat einzureichen und die nötigen Bewilligungen einzuholen. Läuft alles nach Plan, ist ein Baustart im Sommer 2028 realistisch. Die Inbetriebnahme der neuen Kabelleitung und die anschliessende Demontage der bestehenden Freileitung sind voraussichtlich bis Ende 2029 abgeschlossen.

Das 2,1 Kilometer lange Verkabelungsprojekt beläuft sich auf Gesamtkosten von rund 5,66 Millionen Franken, wobei die Gemeinde Alpnach mit 3,32 Millionen Franken den Grossteil übernimmt. Der Grund: «Da die bestehende Freileitung noch in einem tadellosen Zustand und noch nicht abgeschrieben ist, darf das EWO aus regulatorischen Gründen keinen vorzeitigen Ersatz vornehmen», sagt Daniel Zberg. «Ohne Gemeindebeitrag hätte die Verkabelung aktuell nicht realisiert werden können.»

Artikel fachlich geprüft von
Daniel Zberg, Leiter Geschäftsfeld Netz,
am 18. März 2026

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