Übers Wetter reden: Beim EWO bedeutet das nicht zwingend Smalltalk. Denn ob und wie lange die Sonne scheint, hat sich zu einer Schlüsselfrage in der Energiewirtschaft entwickelt. Grund dafür ist der Zubau an Photovoltaikanlagen, die immer mehr Strom ins Netz einspeisen – solange denn die Sonne scheint.
Wenn sich hingegen eine Wolke vor die Sonne schiebt, verändert sich die Photovoltaikproduktion abrupt. In solchen Fällen muss das EWO häufig sogenannte Ausgleichsenergie einkaufen – zu hohen Preisen. «Generell wird es immer schwieriger, das Gleichgewicht zwischen Stromproduktion und -verbrauch aufrechtzuerhalten», sagt dazu Pius Hofer, Leiter Geschäftsfeld Produktion.
Schnell und flexibel
Um unregelmässig anfallenden Strom wie jenen aus Photovoltaik temporär zu speichern, stehen heute verschiedene Technologien zur Verfügung. So plant das EWO derzeit ein Pumpspeicherkraftwerk am Sarnersee (siehe EWO Pur 2 / 2025). Während ein Pumpspeicherwerk für die Speicherung während mehrerer Stunden oder Tage sehr wertvoll ist, eignet es sich nicht für den ganz kurzfristigen Stromaustausch. «Grossbatteriespeicher hingegen sind sehr schnell und können innert Sekunden grosse Leistungen aufnehmen und abgeben», erläutert Pius Hofer. «Die beiden Technologien ergänzen sich so perfekt.»
Eine Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass der wirtschaftliche Betrieb eines Grossbatteriespeichers (Battery Energy Storage System, BESS) für das EWO realistisch ist. Und dass dieser – neben anderen Massnahmen – zum kurzfristigen Ausgleich beitragen kann. So würde ein BESS dem EWO die Möglichkeit bieten, Strom für die Systemdienstleistungen der Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid AG zu liefern und die Beschaffung von Ausgleichsenergie zu reduzieren.
Standorte werden geprüft
«Aufgrund der positiven Signale der Studie haben wir uns entschieden, das Projekt weiterzuverfolgen und konkret aufzugleisen», erläutert Pius Hofer. Als Nächstes folgen die notwendigen Planungs- und Bewilligungsverfahren.
Einen Knackpunkt stellt die Standortwahl dar: Das BESS muss sehr nahe an einem Unterwerk liegen, um die grossen Leistungen zu- und abführen zu können. Diese Standorte liegen jedoch ausserhalb der Bauzone. Es ist also noch offen, ob der erste Grossspeicher in Obwalden Realität wird. Falls ja, würde dies die Stromversorgung im Kanton Obwalden weniger abhängig von den Wetterlaunen machen.
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