
Eigentlich wollte Vreni mit einer Ausbildung in freier Natur ins Berufsleben starten. «Draussen zu arbeiten, das war mein Wunsch», erzählt sie. Aus gesundheitlichen Gründen kam es aber anders: Statt Werkzeug lagen Schreibmaschine und Taschenrechner auf dem Pult – sie begann ihre Lehre als Elektroverkäuferin und anschliessend als Detailhandelsfachfrau. «Ein Traumjob war das nicht», blickt sie zurück. «Aber mit der Lehre beim EWO entdeckte ich eine neue Faszination: die für Technik und Strom.»
Das war im Jahr 1981. Heute, 45 Jahre später, kennt die 62-Jährige, die im Bereich Netz Debitorenabrechnungen und einzelne Baustellenprojekte betreut, den Betrieb wie keine Zweite. «Ich habe so viel Neues gelernt und Menschen kommen und gehen sehen – manchmal fühlte es sich an, als hätte ich eine neue Stelle, nur im gleichen Betrieb.»
Vrenis Berufsweg war geprägt von unterschiedlichen Stationen, und vieles hat sich in vier Jahrzehnten verändert. «Die Digitalisierung hat Abläufe und Zusammenarbeit ganz neu definiert», sagt sie. Doch es gebe auch Konstanten: etwa ihre Faszination für das Stromnetz. Und den Wunsch, draussen zu arbeiten. Deshalb hält sich Vreni als Ausgleich und aus Liebe zur Natur gerne auf dem eigenen Hof auf. Ihr Fokus: die Förderung der Biodiversität. «Nachhaltigkeit beginnt für mich dort, wo Beständigkeit und Entschleunigung wichtig sind.»

Wenn Thomas Gasser über die Lehrstellensuche erzählt, sagt er nur: «Ich hatte gut Blatt.» Denn entschieden wurde der Schritt in die Arbeitswelt nicht im Berufsberatungszimmer, sondern am Jasstisch: Ein Kollege seines Vaters erwähnte einen Beruf, den der damals 15-Jährige nicht kannte. «Netzelektriker, was sollte das sein?», dachte er sich und ging schnuppern. Danach war klar: «Netzelektriker, das soll es sein!»
Thomas bewarb sich beim EWO – und bekam die Lehrstelle. «Draussen handwerklich zu arbeiten, ist genau mein Ding», sagt er. Darum packt der 44-Jährige, heute Leiter Netzbau, noch immer gern mit an, macht Pikett und hilft bei Bedarf auf Baustellen aus. Es sei eine gute Abwechslung zum Büro, wo er Einsätze plant, Projekte koordiniert und dafür sorgt, dass der Strom zuverlässig weiterfliesst. «Doch wenn ich auf einen Leitungsmast klettere, schlägt mein Herz höher.»
Dass Thomas nach drei Lehrjahren dem EWO weitere 25 Jahre treu geblieben ist, lag vor allem am Team. «Die Stimmung war immer gut, und wir haben uns gegenseitig unterstützt», sagt er. Besonders spürte er den Zusammenhalt 2005, als er als Jüngster – mit Rückhalt seiner Kollegen, die ihn damals ausgebildet hatten – in die Leitungsfunktion gewählt wurde. Diese Wertschätzung will er nun mit Humor und guter Führung zurückgeben: «Und wer weiss – vielleicht motiviere ich ja andere, ebenso lang beim EWO zu bleiben.»

Ohne den Hinweis des Schwagers wäre Remo von Wyl wohl nicht beim EWO gelandet. Aus dem Tipp zur offenen Stelle wurde aber schnell «Ich probier’s mal» und schon bald ein «Ich bleibe». Inzwischen schreibt er seine persönliche 25-jährige Geschichte beim EWO. «Das hätte ich damals natürlich nicht gedacht», gibt er ehrlich zu. «Aber ich konnte mich immer weiterentwickeln. Und auch das engagierte, kollegiale Team hat mich gehalten.»
Zunächst als Sachbearbeiter, dann als Projektleiter und schliesslich als Abteilungsleiter kam für Remo immer mehr Verantwortung dazu. Inzwischen führt er 35 Mitarbeitende und ist Mitglied der Geschäftsleitung der EWO Gebäudetechnik AG. Gleichzeitig verlagerte sich der Alltag von der Baustelle immer mehr ins Büro. Eine nicht unwesentliche Veränderung. «Auf der Baustelle siehst du abends, welche Fortschritte du gemacht hast. Bei der Pendenzenliste im Büro ist das leider nicht immer der Fall», sagt er lachend.
Auch wenn ihm die Arbeit draussen manchmal fehlt, bringt ihm ein Teil seiner Funktion aber eine besondere Freude: das Rekrutieren von neuen Auszubildenden. «Junge Menschen für das Handwerk zu begeistern, ist eine wichtige Aufgabe», sagt er. So trage er dazu bei, dass das Praktische gefördert werde und es im Handwerk weiterhin gute Fachkräfte gebe – egal, wohin es die Jungen nach der Ausbildung ziehe. «Und auch ich bleibe mit meinen 54 Jahren immer noch à jour.»
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