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Wenn Wasser zur Batterie wird

Die zunehmende Stromproduktion durch Photovoltaikanlagen erreicht tagsüber ihren Höhepunkt, während der Verbrauch vor allem morgens und abends steigt. Um Erzeugung und Verbrauch besser in Einklang zu bringen, prüft das EWO den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks zwischen Sarner- und Lungerersee.
17. September 2025
Text Celeste Blanc // Fotos Samuel Büttler Photographie
17/09/2025 // 3 Minuten Lesezeit

Ruhe, Natur und Weitblick. Wer am Ufer des Lungerersees steht, denkt primär an Erholung statt an Energie. Doch der See spielt eine zentrale Rolle in der Stromversorgung des Kantons: Das Wasser, das vom Lungerer-zum Sarnersee fliesst, treibt im Kraftwerk Unteraa die Turbinen zur Stromproduktion an.

Mehr Netzstabilität dank neuer Technik

Dieser Prozess funktioniert zuverlässig und stabil. Doch die Energielandschaft verändert sich. «Insbesondere im Frühling und Sommer wird mit dem wachsenden Anteil an Solarstrom tagsüber sehr viel Strom produziert. Damit herrscht ein Angebotsüberschuss», erklärt Pius Hofer, Leiter Geschäftsfeld Produktion beim EWO. Um den vielen Solarstrom in Zukunft effizient zu nutzen, prüft das EWO den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks zwischen dem Sarner- und dem Lungerersee. Das Prinzip: Der Solarstrom würde dazu verwendet, Wasser zurück in den höher gelegenen Lungerersee zu pumpen. Eine Speicherlösung mit doppeltem Nutzen. «Abends oder am nächsten Morgen kann dieses Wasser dann wieder turbiniert werden», so Pius Hofer weiter. «Eine Art Wasserbatterie, die Produktion und Nutzung in ein Gleichgewicht bringt.»

Nachhaltige Projektentwicklung

2024 prüfte das EWO im Rahmen einer Machbarkeitsstudie vier mögliche Varianten. Eine davon verfolgt es nun vertieft weiter. In der aktuellen Projektphase steht insbesondere die Umweltverträglichkeit im Fokus. Zudem liegt der Lungerersee in einem dicht besiedelten Gebiet, das von verschiedenen Anspruchsgruppen genutzt wird. «Unter anderem untersuchen wir, wie sich etwa die Pegelschwankungen und der Wassertransport vom Sarnersee in den Lungerersee auf die verschiedenen Wasserparameter und damit auf die Natur auswirken», sagt Pius Hofer. Den finanziellen Aufwand für das Projekt schätzt das EWO zurzeit auf rund 56 Millionen Franken. «Eine Investition, die sich lohnt», so Pius Hofer weiter. «Die neue Speicherfunktion erhöht die Versorgungssicherheit und trägt zur Stabilisierung des Energiesystems in Obwalden und der ganzen Schweiz bei.»

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