Die Differenz zwischen Stromproduktion und -verbrauch war schon immer vorhanden. Doch in den letzten Jahren ist sie deutlich gewachsen – mit direkten Folgen für Kosten, Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Hauptursachen dafür sind der starke Ausbau der dezentralen Stromerzeugung durch Solaranlagen sowie zunehmende Verbrauchsschwankungen, etwa durch das gleichzeitige Laden vieler Elektroautos am Abend.
Flexibilitäten bezeichnen die Fähigkeit des Energiesystems, Erzeugung, Verbrauch, Netze und Speicher flexibel an ein schwankendes Energieangebot und eine variable Nachfrage anzupassen. Sie ermöglichen es, Stromüberschüsse zu speichern, Lastspitzen zu reduzieren und das Netz zu stabilisieren.
Erfolgreiche Integration von erneuerbaren Energien
Stabilisierung der Energiesysteme
Ausgleich von Engpässen und Überschüssen
Mit dem rasanten Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere durch zahlreiche dezentrale Photovoltaikanlagen – stehen Stromnetze europaweit, in der Schweiz und auch beim EWO vor neuen Herausforderungen. Besonders die Einspeisespitzen dieser Anlagen erfordern zunehmend Verstärkungen in den Verteilnetzen. Diese Spitzen treten jedoch nur während weniger Stunden pro Jahr auf. In den Sommermonaten und an Tagen mit geringem Stromverbrauch führt die hohe Einspeisung aus der Photovoltaikproduktion zu einer starken Belastung der bestehenden Systeme – insbesondere des lokalen Verteilnetzes.
Die Politik hat darauf reagiert und das Stromversorgungsgesetz sowie die dazugehörige Verordnung angepasst. Eine konkrete Netzoptimierungsmassnahme ist die Einspeiseoptimierung von erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen.
Die Einspeisung darf ohne Entschädigung um maximal 3 % der Jahresproduktion reduziert werden.
Die Einspeiseleistung am Netzanschluss wird dauerhaft auf 70 % der installierten DC-Leistung begrenzt.
Die dadurch entstehenden Energieverluste sind minimal – nur rund 1–3 % der Jahresproduktion.
Diese Energie kann weiterhin für den Eigenverbrauch genutzt werden.
Im neuen Stromgesetz wird eine klarere Bestimmung zur Nutzung von Flexibilität eingeführt. Die Flexibilität liegt grundsätzlich beim jeweiligen Endverbraucher, der sie an Verteilnetzbetreiber oder andere Marktakteure weitergeben kann. Voraussetzung dafür ist der Abschluss entsprechender vertraglicher Vereinbarungen. Für bestehende verbrauchsseitige Flexibilitäten besteht ein Vorrang, diese gegen Vergütung zu nutzen. Viele Endkundinnen und Endkunden profitieren heute von dieser Regelung. Das EWO verschiebt zum Beispiel die Boilerlasten in die Sparpreiszeit. Zusätzlich profitieren diese Kundinnen und Kunden von einem um 0.1 Rp./kWh tieferen Arbeitspreis.
Bestehende und neue Flexibilitäten
Mit dem «Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien», wurden die gesetzlichen Vorgaben für die Behandlung von Speichern stark angepasst.
Speicher kommen in vielfältiger Weise zum Einsatz.
Sie können zur Optimierung des Eigenverbrauchs, zur Erbringung von Systemdienstleistungen oder netzdienlich verwendet werden. Dabei existieren unterschiedliche Speichertechnologien:
Batteriespeicher stabilisieren das Stromnetz. Deshalb kann das Netznutzungsentgelt für Energie, die sie aus dem Netz beziehen und wieder einspeisen, zurückerstattet werden. Die entsprechenden Systemanforderungen sind im Preisblatt detailliert beschrieben.
Den Antrag zur Rückerstattung der Netznutzungsentgelte für Speicher können Sie direkt beim EWO beziehen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Fachexperten.
Sie haben energiereiche Fragen? Unser EnergieKompass hilft Ihnen gerne weiter.