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Und täglich grüsst das Murmeltier

Energieerzeugung
Mit ihrem verzweigten unterirdischen Wegenetz machen Murmeltiere dem Tannensee-Damm auf der Melchsee-Frutt zu schaffen. Jetzt prüft das EWO mehrere Möglichkeiten, um die Dammsicherheit langfristig zu gewährleisten.
27. Mai 2020
Text Andrea Hofstetter
27/05/2020 // 3 Minuten Lesezeit

Murmeltiere besiedeln Tannenseedamm

Murmeltiere sind als pfiffige und gesellige Alpenbewohner bekannt. Auch auf den saftig grünen Wiesen rund um den Tannensee fühlen sie sich wohl. Die Nager sammeln sich besonders gerne am Damm an – und sorgen genau dort für Ärger. Denn die Murmelis graben immer wieder unterirdische Wege. Dadurch entstehen grosse Hohlräume, was die Dammsicherheit gefährdet. Schliesslich muss der Erddamm 3,6 Millionen Kubikmetern Seewasser standhalten.

Alpentiere behutsam vom Damm vertreiben

Jetzt sucht das EWO verschiedene Lösungen, um die Tiere vom Damm fernzuhalten und dadurch Beschädigungen zu verhindern. «Dazu stehen wir im engen Kontakt mit der kantonalen Verwaltung und erfahrenen Wildhütern», erklärt Axel Primoschitz, Projektleiter Wasserkraft und Erneuerbare Energien beim EWO. Unter anderem will man versuchen, die Nager auf andere, unbedenkliche Flächen rund um den Stausee umzusiedeln. Auch eine Regulierung des Murmeltierbestands werde in Betracht gezogen. «Zudem planen wir, auf einer Testfläche ein Metallnetz zu spannen, um die Tiere vom Graben ihrer Gänge und Höhlen abzuhalten», berichtet Primoschitz. Diese Lösung wäre allerdings enorm kostenintensiv – vor allem, wenn sie auf das gesamte Dammgebiet ausgeweitet werden muss.

«Wir planen auf einer Testfläche ein Metallnetz zu spannen, um die Tiere vom Graben ihrer Gänge und Höhlen abzuhalten»
Axel Primoschitz, Projektleiter Wasserkraft und Erneuerbare Energien
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Murmeltier beim Tannensee-Damm auf der Melchsee-Frutt

Mehrere Massnahmen getroffen

In der Vergangenheit hat das EWO schon einiges unternommen, um die Alpentiere behutsam vom Tannensee-Damm zu vertreiben. So habe man etwa versucht, die Murmeltiere mit menschlichen Duftstoffen zu vergrämen. Primoschitz: «Die Nager haben aber schnell gemerkt, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht.» Wanderer verschärfen die Problematik, wenn sie die Tiere füttern. Und auch der Einsatz einer Greifvogelstange im Sinne einer natürlichen Regulierung hat nicht zum erwünschten Erfolg geführt.

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