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Junge Profis an der Arbeit

Menschen
Die Lernenden des EWO haben bei einem Lehrlingswettbewerb gewonnen. Sie bauten eine E-Bike-Ladestation, die nun auf der Melchsee-Frutt in Betrieb ist.
7. September 2020
Text Michael Frischkopf / Fotos Samuel Büttler
07/09/2020 // 8 Minuten Lesezeit

So sehen Sieger aus

Zusammen in der Werkstatt. Ein gemeinsames Ziel. Die Lernenden des EWO haben diesen Frühling an einem Lehrlingswettbewerb teilgenommen – und gemeinsam mit zwei anderen Lehrbetrieben gewonnen. Nun setzen sie ihr Projekt um: eine E-Bike-Ladestation in Form eines Hauses. Die Ladestation wird auf der Melchsee-Frutt die Infrastruktur für Gäste aufwerten.

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Wettbewerb als Herausforderung

Am Anfang war die Herausforderung. Der Verein «Forum Destination Melchsee-­Frutt» lancierte im Frühling dieses Jahres einen Wettbewerb: Interessierte Lehrbetriebe entwickeln mit ihren Lernenden eine Ladestation für E­-Bikes­­. Sie soll das eigene Unternehmen auf kreative Weise widerspiegeln, einen Bezug zur Melchsee-­Frutt oder zu E­-Bikes haben. Darüber hinaus sollte sie freiste­hend, sturmfest und mobil sein. Abgesehen von detaillierten technischen Spezifikationen muss sie noch eine wichtige Bedingung erfüllen: Die Ladestation muss in eine Transportgondel der Sportbahnen Melchsee-­Frutt passen. Material frei wählbar. Als Gewinn winken Ruhm, Ehre – und ein Event-­Weekend. Wer macht mit?

Eine Erfahrung fürs Leben

Mitgemacht haben gleich mehrere Lehrbetriebe*. Drei Konzepte wurden von der Jury ausgewählt und als Sieger erkoren – darunter die E­-Bike-Ladestation der EWO Lernenden.
Wie bringt man die Lernenden eines ganzen Unternehmens an einen gemeinsamen Tisch respek­tive in die Werkstatt – notabene bei laufendem Be­trieb? Dafür sorgten die zwei Projektleiter: Kari Bucher und Luzia Zumstein.
Kari Bucher war für die technische Umsetzung zuständig. Er war Ratgeber und Motivator zugleich, unterstützte die Lernenden bei der Organisation des Materials, plante mit ihnen den Arbeitsablauf, gab ihnen Tipps bei der Umsetzung und achtete auf die Arbeitssicherheit. «Es war schön, zu sehen, wie die Lernenden zusammenarbeiteten und ihre Idee weiterentwickelten. Es musste immer gut überlegt sein, was die nächsten Schritte sind.» Kari Bucher ist überzeugt: Den Mut nicht zu verlieren, wenn es mal schwierig wird; eine Idee von A bis Z durchzu­ziehen – diese Erfahrung bringt die Jugendlichen in ihrem Leben weiter.

«Die Erfahrung aus dem Projekt bringt die Jugendlichen in ihrem Leben weiter.»
Kari Bucher, Netzelektriker und Projektleiter

*Die weiteren Wettbewerbsgewinner

  • Markus Enz AG, Giswil
  • Garage Windlin AG, Kerns

Wir gratulieren!

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Zusammen grosses leisten – die Lernenden arbeiteten Hand in Hand bei der Realisierung der E-Bike-Ladestation.

Da wächst ein Team zusammen

Luzia Zumstein kümmerte sich um die Organisation – Projekttage festlegen, Lernende einteilen, Berufsbildner informieren usw. – und die Kommunikation innerhalb des Teams. Keine leichte Aufgabe, doch dank WhatsApp-Chat, Znüni und Glace fand das Team schnell zusammen. «Die Lernenden haben ihre individuellen Stärken eingebracht und toll zusammengearbeitet. Und dies, obwohl sich nicht alle Lernenden gut kennen – sie arbeiten ja zum Teil in verschiedenen Abteilungen. Das hat mich gefreut», so Luzia Zumstein. Die Lernenden profitierten vom selbständigen und lösungsorientierten Arbeiten. Sie mussten mitdenken und im Team funktionieren – ein Siegerprojekt fürs Leben also.

«Die Lernenden profitieren vom selbständigen und lösungsorientierten Arbeiten.»
Luzia Zumstein, Marketingfachfrau und Projektleiterin
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Das fertige Resultat: Die E-Bike Ladestation mit den Veloständern ist sehr funktional – und dank der guten Beschriftung sofort erkennbar.

Ab auf die «Frutt»!

Nach vielen Wochen Planen und Bauen ist die Ladestation nun bei der Talstation der Sportbahnen Melchsee-Frutt im Einsatz. Sie enthält acht «Schliesskästen», hinter denen – geschützt vor Wind und Wetter – je eine Steckdose zum Aufladen eingebaut ist.

Bereits diesen Herbst können sportliche Gäste an der Talstation der Melchsee-Frutt an der kreativen E-Bike-Ladestation den Akku kostenlos laden – nächstes Jahr wird die Ladestation dann auf der «Frutt» platziert. Die Lernenden werden wohl dann und wann an der Ladestation vorbei-«biken» und sich an ihrer selbstgebauten E-Bike-Ladestation erfreuen.

«Die Kreativität hat uns beeindruckt»

Remy Reichmuth ist Vorstandsmitglied des FORUM-FRUTT. Das Forum will gemeinsam mit Unternehmen, Privatpersonen, Leistungsträgern des Tourismus, Behörden und interessierten Institutionen die Entwick­lung der Destination Melchsee-­Frutt ausgestalten und mit gebündelten Kräften weiter stärken.

Der Lehrlingswettbewerb des FORUM-FRUTT hat in einigen Obwaldner und Nidwaldner Lehrbetrieben für ziemlich viel positiven Wirbel gesorgt.
Die Idee kam uns schon letztes Jahr. Nun zu Corona­-Zeiten fanden wir es sinnvoll, den Jugendlichen diesen Impuls zu bieten, um kreativ zu sein.

Warum hat das FORUMFRUTT diesen Wettbewerb lanciert und warum für E-Bikes?
Das FORUMFRUTT ist unter anderem eine Plattform für Ideen. Wir wollen die verschie­denen Parteien an einen Tisch bringen – und damit den Kanton, die Menschen hier und speziell die «Frutt» unterstützen. Auf der Melchsee-­Frutt sind immer mehr Gäste mit einem E­-Bike unterwegs. Und mit zusätzlichen E-­Bike-­Ladestationen können wir die Gästeinfrastruktur stärken.

Was lässt sich zur Qualität der eingereichten Arbeiten sagen?
Die Kreativität hat uns beeindruckt. Alle eingereichten Projekte waren sehr fantasie­voll und mit einem gewissen Witz. Sie mussten jedoch noch anderen Ansprüchen genügen, und da waren die Siegerprojekte noch etwas solider durchdacht.

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