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«Es herrschen ganz klare Vorgaben»

Energieerzeugung
Die Obwaldnerinnen und Obwaldner zahlen nächstes Jahr 39 Prozent mehr für den Strom. Hat sich das EWO verspekuliert oder will es möglichst viel Gewinn machen? Weder noch, stellt EWO Chef Thomas Baumgartner im Interview klar.
10. November 2022
Text Aktuell Obwalden // Fotos Samuel Büttler Photographie
10/11/2022 // 25 Minuten Lesezeit

Interview zum Anstieg des Strompreises 2023

Der Strompreis für das Jahr 2023 nimmt im Kanton Obwalden um 39 Prozent zu. Aus welchen Gründen das so ist, erklärt Thomas Baumgartner, Vorsitzender der Geschäftsleitung, im Interview.

Vergleich der Strompreiserhöhung

Die Zahlen sorgten im August für Stirnrunzeln: Um satte 39 Prozent steigt der Strompreis nächstes Jahr in Obwalden. Bei einer durchschnittlichen 5-Zimmer-Wohnung sind das rund 31 Franken Mehrkosten pro Monat. In Nidwalden steigt der Strompreis nur um 4 Prozent, im Schweizer Durchschnitt sind es 27 Prozent. Solche Prozentvergleiche hört EWO Geschäftsführer Thomas Baumgartner ungern, wie er im Interview erklärt. Massgeblich sei schliesslich, wie viel man für den Strom bezahlt. Und da liege das EWO im Schweizer Mittelfeld.

Komplexität des Strommarktes

Thomas Baumgartner, halten wir gleich zu Beginn fest: Der Strommarkt ist unglaublich kompliziert und für Normalverbraucher kaum mehr nachvollziehbar. Einverstanden mit dieser Aussage?
Ja. Das Thema ist schon sehr komplex. Nur schon der Einkauf von Strom hängt von enorm vielen Faktoren ab.

Fördert diese Komplexität auch die Gefahr, dass ein Energieanbieter einfach nach Lust und Laune «gschirren» kann, ohne dass die einfachen Kunden merken, was da überhaupt abläuft?
Es ist eine mögliche Gefahr. Beim EWO sehe ich diese Gefahr aber nicht. Wir haben beispielsweise ein separates Risikohandbuch nur für die Strombeschaffung. Darin ist klar festgelegt, was wir auf dem Strommarkt tun dürfen und was nicht. Wir dürfen beispielsweise nicht mit dem Stromhandel spekulieren wie an einer Börse. Das heisst: Wir kaufen und verkaufen Strom nicht einfach «auf gut Glück», sondern nur dann, wenn ein Kundenbedürfnis dahintersteht. Und dies wird auch jährlich durch die externe Stelle überprüft.

Was bedeutet eigentlich «Stromeinkauf»? Rufen Sie da beispielsweise die BKW in Bern an, geben eine Bestellung durch und die BKW legen dann einen Schalter um, damit eine bestimmte Strommenge nach Obwalden fliesst?
Nein, das funktioniert alles virtuell. Wenn ich von den BKW oder von der Axpo Strom kaufe, dann wird diese eingekaufte Strommenge einfach ins Netz eingespeist. Und das EWO hat dann diesen Strom zum vereinbarten Preis sozusagen «zugute». Das sind ziemlich komplexe Prozesse, die schweizweit täglich stattfinden.

Das EWO kann aber auch Strom verkaufen.
Ja, wenn wir im Sommer zu viel Strom produzieren, dann melden wir diesen überschüssigen Strom auf dem Markt an. Andere Anbieter können dann diesen Strom kaufen. Aber physisch «fassbar» ist dieses Stromgeschäft tatsächlich nicht.

Vergleich der Stromkosten

Physisch fassbar ist dagegen der 39 Prozent höhere Strompreis für Obwaldner im kommenden Jahr. Im Schweizer Durchschnitt sind es 27 Prozent. In Nidwalden sind es 4 Prozent. Was ist der Grund für diese massiven Unterschiede?
Vorneweg: Das EWO hebt den Strompreis nicht nach eigenem Gutdünken an. Die Preise der Energieanbieter werden jeweils von der eidgenössischen Elektrizitätskommission – kurz ElCom – geprüft. Da herrschen ganz klare regulatorische Vorgaben, was man machen darf und was nicht.

Jemand könnte stinkfrech behaupten: Das EWO braucht momentan viel Geld, um den Neubau in Kerns zu finanzieren; deshalb nutzt das EWO die Gelegenheit und fährt den Strompreis in die Höhe. Darauf würden Sie also antworten: Chabis!
(lacht) Ja, das muss man so sagen: Chabis!

Trotzdem: Warum steigt der Strompreis in Obwalden um 39 Prozent, in Nidwalden dagegen nur um 4 Prozent?
Ich weiss, dass die Versuchung gross ist, Obwalden und Nidwalden direkt zu vergleichen. Aber das ist nicht sinnvoll. Sinnvoll ist ein schweizweiter Vergleich. Und da zeigt sich: Der Strompreis liegt nächstes Jahr in Obwalden auf dem Niveau des Schweizer Durchschnitts. Das bedeutet: Der Anstieg ist in Obwalden höher als im Schweizer Durchschnitt, der tatsächliche Preis dagegen nicht.

Das heisst also, dass die Obwaldner nächstes Jahr etwa gleich viel für den Strom zahlen wie der Schweizer Durchschnitt.
Ja, das ist so. Ich hörte schon den Vorwurf, dass das EWO mit dem Preisanstieg von 39 Prozent nun zu den teuersten Anbietern gehört. Aber das stimmt einfach nicht. Mit 29 Rappen pro kWh liegen wir nächstes Jahr im Schweizer Schnitt.

Auf die Gefahr hin, Sie zu nerven: Warum darf ich die Entwicklung der Strompreise in Obwalden und Nidwalden nicht vergleichen, zumal die Stromgewinnung aus einheimischer Wasserkraft in beiden Kantonen etwa gleich gross ist?
Das dürfen Sie schon. Es ist einfach nicht sehr sinnvoll ohne Kenntnis der unterschiedlichen Geschäftsstrategien, Absatzmengen in der Grundversorgung und Beteiligungen des EWO und des EWN. Es liegt aber nicht an mir, die Strategie und Geschäftstätigkeit des EWN zu erklären und kommentieren.

Aber grundsätzlich kann man sagen: Je mehr «fremden» Strom ein Elektrizitätswerk einkauft, desto stärker ist der Preisanstieg.
Das ist korrekt. In der Schweiz gibt es mehr als 600 Energieversorgungsunternehmen. Die meisten können den Bedarf ihrer Endkunden nicht mit Strom aus eigenen Kraftwerken decken. Also müssen sie die zusätzlich notwendige Energie am Strommarkt beschaffen. Auch die Wasserkraft aus den EWO Kraftwerken reicht nicht, um den Strombedarf in Obwalden im Winterhalbjahr abzudecken. Deshalb müssen wir für die Wintermonate Strom einkaufen.

«Der Anstieg der Stromkosten ist in Obwalden höher als im Schweizer Durchschnitt, der tatsächliche Preis dagegen nicht.»
Thomas Baumgartner, Vorsitzender der Geschäftsleitung
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Energiebeschaffung beim EWO

Wie hoch ist der Anteil eigenproduzierter Energie des EWO?
In Obwalden werden pro Jahr rund 250 GWh Strom verbraucht. Von diesem Gesamtabsatz haben sich marktberechtigte Kunden im Umfang von rund 50 GWh für eine Energiebeschaffung am Markt entschieden. Somit liefert das EWO im Kanton Obwalden rund 200 GWh elektrische Energie pro Jahr an grundversorgte Endkunden. Mit den eigenen Kraftwerken sowie weiteren Bezugsrechten stehen rund 150 GWh pro Jahr zur Verfügung. Auch das ist gesetzlich geregelt. Strom aus eigenen Kraftwerken sowie Bezugsrechte stehen den grundversorgten Kunden zur Verfügung. Diese Energie aus der Eigenbeschaffung fällt aber vorwiegend im Sommer an. Daraus resultiert, dass in den Wintermonaten rund 50 GWh am Markt beschafft werden muss. Und für die Wintermonate 2023 mussten wir rund 35 Rappen pro kWh bezahlen. Nebenbei, aktuell liegen die Preise für das Winterhalbjahr 2023 bei mehr als 60 Rappen pro kWh.

Sorgen bereitet dem EWO also der Winter?
Genau. Wenn das ganze Jahr betrachtet wird, beträgt der Eigenproduktionsanteil für die Kunden in der Grundversorgung rund 65 Prozent. Wenn dies aber auf das Sommer und Winterhalbjahr aufgeteilt wird, beträgt im Sommerhalbjahr der Eigenversorgungsgrad nahezu 100 Prozent, im Winterhalbjahr nur etwa 20 bis 25 Prozent.

Der Strom aus den eigenen Kraftwerken sowie die Bezugsverträge von rund 150 GWh sind für Obwaldner Kunden «reserviert», also für die Grundversorgung. Das EWO kauft allerdings pro Jahr über 300 GWh «fremden» Strom ein und verkauft ihn wieder ausserhalb des Kantons. Als Laie stelle ich folgende Behauptung auf: Weil das EWO viel mehr ausserkantonalen Stromhandel betreibt als etwa das EWN, wirken sich überregionale Preisturbulenzen in Obwalden viel stärker aus als in Nidwalden. Korrekt?
Nein, völlig falsch. Das sind zwei separate «Töpfe». Genau dies meinte ich einleitend mit der Bemerkung, dass wir nicht mit Strom spekulieren. Es stimmt zwar, dass das EWO vergleichsweise viele ausserkantonale Kunden mit Strom beliefert. Das sind aber separate Geschäfte – oder eben «Töpfe» –, die absolut keinen Einfluss haben auf den Strompreis für die Obwaldner Kunden.

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Zurück zum Thema Wintermonate: Warum hebt das EWO den Strompreis gleich für das ganze Jahr 2023 an, wenn sich die Situation im Sommer doch wieder angenehmer präsentieren könnte. Warum sagt das EWO den Kunden nicht: «Im Winter müsst ihr einen höheren Strompreis zahlen. Aber ab Frühling sieht es vielleicht wieder besser aus.» Ähnlich, wie der Benzinpreis jetzt auch wieder etwas tiefer ist als noch im Sommer.
Das kann man nicht mit Benzinpreisen vergleichen. Die Energieversorger sind verpflichtet, die Strompreise jeweils Ende August zu veröffentlichen, und diese gelten dann für ein ganzes Jahr.

«Das bedeutet aber auch, dass der diesjährige trockene Sommer und die markant tiefere Stromproduktion in Obwaldner Kraftwerken nicht schuld daran sind, dass der Strompreis in Obwalden steigt?»
Der niederschlagsarme Sommer bereitete uns Sorgen und wirkt sich natürlich negativ auf unser Jahresergebnis 2022 aus. Aber es stimmt: Auf die Strompreiserhöhung fürs Jahr 2023 hat der trockene Sommer keinen Einfluss.

Im «aktuell» berichteten wir kürzlich über die damaligen Anstrengungen des EWO, die Wasserkraft auszubauen, zum Beispiel mit einem grossen Ausgleichsbecken im Kleinen Melchtal. Rächt es sich nun, dass keine neuen Stauseen geschaffen wurden?
Auch wenn wir damals die Wasserkraft ausgebaut hätten, kämen wir nun nicht sorglos durch die Energiekrise. Es wäre illusorisch, das anzunehmen. Wenn wir in Zukunft kleinere Wasserkraftwerke realisieren, vermehrt Photovoltaikanlagen bauen und vielleicht sogar Windkraftwerke erstellen, hat das gewiss einen positiven Einfluss auf die einheimische Stromproduktion. Aber der Kanton Obwalden wird während der Wintermonate immer auf eingekauften Strom angewiesen sein.

Angenommen, Sie könnten allein entscheiden, was die Schweiz gegen Stromknappheit unternimmt – ohne Rücksicht auf Geld und Einsprachen. Wo und in was würden Sie investieren?
Möglichst viel Wasserkraft. Grosse Stauseen sind die besten Energiespeicher für die Wintermonate. Aber weil wir in der Schweiz nicht einfach neue, riesige Stauseen erstellen können, müssen wir auch auf andere Technologien setzen wie beispielsweise kleinere Wasserkraftwerke, Photovoltaikanlagen, Windkraftwerke oder auch auf neue Technologien wie Power-to-Gas.

Baudirektor Josef Hess sagte vor einiger Zeit in einem Interview im «aktuell», in Sachen Wasserkraft sei das Potenzial in Obwalden praktisch ausgeschöpft. Teilen Sie diese Meinung?
Ja, da müssen wir realistisch sein. Für kleinere Wasserkraftwerke ist durchaus noch Potenzial vorhanden. Aber grosse Sprünge in der Wasserkraft liegen kaum mehr drin.

Die SVP Obwalden plädiert in einem parlamentarischen Vorstoss für die Kernkraft. Ist das für Sie auch ein gangbarer Weg?
Aus meiner persönlichen Sicht: Nein. Auch für das EWO ist eine Beteiligung an bestehenden oder neuen Kernkraftwerken kein Thema. Andere Elektrizitätswerke, auch solche in der Zentralschweiz, sind an Kernkraftwerken beteiligt und erhalten dadurch eine nicht unerhebliche Menge Strom aus Kernkraft, statt solchen Strom einkaufen zu müssen. In der Eigentümerstrategie des EWO ist aber festgehalten, dass wir auf erneuerbare Energien setzen und uns nicht an Kernenergie beteiligen. 

«Grosse Stauseen sind die besten Energiespeicher für die Wintermonate.»
Thomas Baumgartner, Vorsitzender der Geschäftsleitung

Der Strom aus Engelberg

Im Sommer übernahm die neu gegründete Obermatt Kraftwerke AG die Engelberger Wasserkraftwerke Obermatt und Arni. Der Kanton Obwalden hält 60 Prozent der Aktien, 40 Prozent hält die Luzerner ewl Kraftwerke AG. Das EWO betreibt zwar die Kraftwerke Obermatt und Arni operativ im Auftrag der Obermatt Kraftwerke AG, es hat aber kein «Mitspracherecht», was mit dem dort produzierten Strom geschieht. Trotzdem gerät man ins Grübeln: Die beiden Engelberger Kraftwerke produzieren jährlich eine stolze Strommenge von 140 Gigawattstunden (GWh). Davon darf das EWO gemäss Verträgen «nur» 30 GWh nutzen. Man kann sich nun die Frage stellen: Warum muss das EWO 50 GWh hochpreisigen Strom einkaufen (mit entsprechendem Preisanstieg für Obwaldner Kunden), statt den einheimischen Strom der Kraftwerke Obermatt und Arni nutzen zu dürfen?

Auf Anfrage erklärt der Obwaldner Baudirektor Josef Hess, dass der Kanton zwar 60 Prozent der Aktien hält, aber nicht in Eigenregie bestimmen kann, was mit dem Strom der Obermatt Kraftwerke AG geschieht. Ohnehin sei das Geschäftsmodell der Obermatt Kraftwerke AG darauf ausgerichtet, den Grossteil des produzierten Stroms auf dem freien Markt zu verkaufen. Denn anders als das EWO hat die Obermatt Kraftwerke AG keine Endkunden und muss keine Grundversorgung sicherstellen. Wenn nun aber der Einkauf von Strom derzeit sehr teuer ist: Heisst das im Umkehrschluss auch, dass der Verkauf von Strom ein besonders lohnendes Geschäft ist? «Ja, die momentane Situation ist für die Obermatt Kraftwerke AG sehr lukrativ», bestätigt Josef Hess. «Davon profitieren natürlich auch der Kanton Obwalden und die Obwaldner Bevölkerung als Miteigentümer.»

Strompreise 2023

Im Jahr 2023 werden die Strompreise für Haushalts- und Kleingewerbekunden in der Grundversorgung ansteigen. Die detaillierten Strompreise für 2023 können Sie den Preisblättern entnehmen.

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Leistung und Energie: Was bedeutet «Kilowattstunde»?

Leistung
Nehmen wir das Beispiel einer Turbine eines Kleinwasserkraftwerks. Diese Turbine hat beispielsweise eine Leistung von 18 Kilowatt (kW, nicht kWh). Doch was bedeutet das? Die Leistung drückt eine «Fähigkeit» oder ein «Vermögen» aus. Beispiel: Möchte ich eine grosse Wohnung zügeln, kann ein einziger Zügelmann diese Arbeit verrichten. Stelle ich dagegen zehn Zügelmänner an, geht der Umzug schneller. Das 10-Personen-Team hat also eine grössere Leistung als ein einzelner Zügelmann. Analog dazu hat eine grosse Turbine mehr Leistung als eine kleine. Die Leistung sagt aber noch nichts aus über die tatsächlich produzierte oder gebrauchte Energie (Strommenge) – so, wie ein grosses Zügelteam noch nichts darüber aussagt, wie viel Arbeit das Team verrichtet.

Energie
Machen wir deshalb den nächsten Schritt zur Energie. Diese wird in Wattstunden oder – mit dem Faktor 1000 davor – in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Der springende Punkt ist das multiplizierte «h» (Stunde). Die Energie hängt also nicht allein von der Leistung eines Systems ab, sondern auch von der Zeitspanne, in der das System läuft. Warum aber schreibt man kWh (Kilowatt mal Stunde, Multiplikation) statt, wie etwa bei der Geschwindigkeit, km/h (Kilometer pro Stunde, Division)? Die Geschwindigkeit gibt die zurückgelegte Strecke pro Stunde an – ähnlich wie die Leistung einer Maschine. Die Geschwindigkeit allein sagt aber nichts über die tatsächlich zurückgelegte Strecke aus. Dazu muss ich die Dauer wissen. Wenn ich fünf Stunden lang mit 100km/h rumfahre, dann muss ich ebenfalls multiplizieren (5 mal 100), um die zurückgelegte Strecke zu berechnen: 500 km. Genau so funktioniert das «h» in kWh. Wenn ich zehn Zügelmänner anstelle, weiss ich nicht, wie fleissig sie sind. Ich habe dann zwar die (theoretische) Leistung von zehn Zügelmännern, aber das nützt nicht viel, wenn sie faul sind. Bei Geräten (z.B. Staubsauger, Kaffeemaschinen) ist es einfacher. Sie können nicht «faul» oder «fleissig» sein. Bei ihnen kann man deshalb fix angeben, was sie zu leisten vermögen. Und wie viel Energie sie brauchen, hängt dann davon ab, wie lange ich ihre Leistung beanspruche. Eine Kilowattstunde ist also eine bestimmte Menge, ein «Päckli» Energie, das man kaufen kann. Auch ein Liter Benzin ist ein «Päckli» Energie. Wenn ich einen Sportwagen mit 500 PS (ca. 368 kW) besitze, dann weiss ich zwar, welche Leistung das Auto erbringen kann. Wie viel Energie (Benzin) es tatsächlich braucht, hängt aber davon ab, wie lange und wie schnell ich damit rumfahre.

Energieproduktion
Bei Kraftwerken wird angegeben, wie viele «Päckli» Energie sie jährlich produzieren. Beim Kraftwerk Unteraa in Giswil sind es pro Jahr gut 100 Millionen kWh (100 Gigawattstunden, GWh). Nun können wir rechnen: Steht auf einem Staubsauger die Angabe «1000 Watt» und saugen wir damit eine Stunde, dann müssen wir dafür ein «Päckli» Energie von 1000 Wattstunden (1 kWh) kaufen. Läuft der Sauger rund um die Uhr, braucht er täglich 24 kWh. Läuft er ununterbrochen ein ganzes Jahr, braucht er 8760 kWh. Laufen 10 000 Staubsauger ununterbrochen für ein Jahr, brauchen sie eine Energiemenge von etwa 87,6 Millionen kWh – damit gelangen wir in die Nähe der jährlichen Stromproduktion des Kraftwerks Unteraa.

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